Schirmer

N

Presseartikel

Perspektiven durch Kommunikation - Radioprojekt soll Berufschancen verbessern

Radio machen erfordert Planung und Teamwork. Das lernen derzeit die Projektteilnehmer im Ruhrstadtstudio. Foto: Christian Lukas

Witten. Nüchtern erklärt ein Schreiben der VHS das Projekt „Radio unit(ed)“: „Migranten gestalten im Rahmen des gemeinsamen Qualifizierungsprojekts der Werkstadt und der VHS Witten Wetter Herdecke eine regelmäßige Radiosendung, die im Bürgerfunk von Radio EN ausgestrahlt wird. Über ein Jahr werden Migranten im Projekt Radio unit(ed) individuell gefördert, um den jetzigen ALG 2-Empfängern berufliche Perspektiven zu geben.“

Kommunikationsfähigkeit soll gefördert - werden, aber auch selbstständiges Arbeiten und das Erarbeiten eigener Projekte. Nun sind die ersten Wochen ins Land gezogen, seit Anfang April produzieren die acht Teilnehmer ihre Sendungen im Ruhrstadtstudio Witten im Ev. Krankenhaus, das die gesamte Technik und mit Marek Schirmer auch einen erfahrenen Techniker stellt. Und vieles ist ganz anders als sich die Teilnehmer die Arbeit am Mikro vorgestellt haben. „Ich dachte, das geht Zackzack, ich setze mich vors Mikro und ab geht's“, erzählt Katja Hertje. Die 20-Jährige kam vor zehn Jahren aus Russland nach Witten. Nach einem Berufsbildungsjahr gelangte sie über die Arbeitsagentur zum Projekt. Tatsächlich schreiben die Teilnehmer ihre Texte selbst, sie müssen mit dem Mikro Umfragen machen, Sendepläne erstellen. Und all das in Teamarbeit. Die Sendung schließlich zu moderieren, das ist kaum mehr als ein letzter Schritt, dem viel Arbeit vorausgegangen ist. Natürlich werden die Jung-Radiomacher von Profis unterstützt und geschult. Durch flankierende Praktika werden Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern geknüpft. Negi Akbarinassab, eine 27-jährige Wittenerin iranischer Herkunft, würde nach dem Auslaufen des Projekts gerne weiter in den Medien arbeiten. „Es macht einen wahnsinnigen Spaß eine Tätigkeit auszuüben, in der man in steter Kommunikation mit anderen Menschen steht und darüber hinaus noch das Gefühl hat, mit der Arbeit etwas bewegen zu können.“